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Dr. Wolf, Beckelmann und Partner
Konventionelles Röntgen Wirbelsäule
Halsrippe

Anamnese
Die 27-jährige Patientin kommt mit der Fragestellung nach degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule zum Röntgen. Sie klagt über okzipitale Kopfschmerzen. Die Röntgenaufnahme zeigt zwei Halsrippen des 7. Halswirbelkörpers.
Abbildung 1:
Halsrippe beidseitig
Halsrippe beidseitig
Was ist eine Halsrippe?
Eine Halsrippe ist eine Assimilationsstörung im Bereich des zervikothorakalen Überganges in Form von rippentragenden Halswirbelkörpern. Meist ist der 7. Halswirbelkörper betroffen. Halsrippen sind oft nur stummelartig ausgebildet und knorpelig oder bindegewebig mit dem Sternum verbunden.
Abbildung 2:
Verlauf von A. subclavia und Muskeln
Verlauf von A. subclavia und Muskeln
Welche Symptome können Halsrippen hervorrufen?
Halsrippen können sich durch das Halsrippensyndrom bemerkbar machen. Die Halsrippen komprimieren die Skalenuslücke, gleichzeitig werden die Arteria subklavia und die Nerven des Armplexus komprimiert. Dies führt zu Schmerzen der HWS und Parästhesien (Kribbeln, Pelzigsein, Ameisenlaufen) und Hyperästhesien (gesteigerte Empfindlichkeit) im Bereich des Armes.
 
Bei starker Kompression der Arteria subklavia kann das zerebrale Gefäßbett angezapft werden, dadurch fließt der Blutstrom rückwärts (retrograd). Bei Muskelarbeit mit dem linken Arm kann es zu Schwindel kommen (= Anzapfsyndrom oder Subclavian-Steal-Syndrom)
 
Der Schmerz und die Schwellung sind in der Regel vom Aktivitätsgrad des Patienten abhängig. Oft gilt, je aktiver der Patient ist, desto stärker äußern sich die Beschwerden.
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Resektion der Halsrippe
Untersuchungsprotokoll
1. Patientenvorbereitung
Zahnersatz und Brille entfernen, Schmuck abnehmen lassen, Kleidung öffnen lassen.
2. Lagerung HWS ap
Patient sitzt mit dem Rücken zum Stativ, Kinn ist leicht angezogen, auf Zuruf Unterkiefer bewegen lassen, oberer Kassettenrand in Höhe des äußeren Gehörgangs, Bleischürze anlegen.
3. Lagerung HWS seitlich
Patient sitzt aufrecht mit der Schulter zum Stativ, Kopf und Hals seitlich, Medianebene parallel zum Film, Gewicht in beide Hände, um die Schultern herabzuziehen, Kinn etwas anheben, damit der Unterkiefer nicht in die HWS projiziert wird, Oberer Kassettenrand 2 - 3 cm über dem äußeren Gehörgang, Bleischürze anlegen.
4. Kontrastmittel
kein
5. Zentrierung HWS ap
ZS auf Kinnspitze bei geschlossenem Mund, Auslösen der Aufnahme beim Öffnen und Schließen des Unterkiefers, Zentralstrahl senkrecht zum Film.
5. Zentrierung HWS seitlich
Zentralstrahl senkrecht auf 4. HWK und Kassettenmitte, Einblenden (Orbita soll von Nutzstrahlung nicht getroffen werden), Seitenbezeichnung, Atemstillstand.
6. Nachverarbeitungen/Rekonstruktionen
keine
7. Anmerkungen
keine
Aufnahmetechnische Parameter: HWS ap und seitlich
Aufnahmeart: Rastertisch, Rasterwandgerät, Spezialgerät
Aufnahme seitlich in Rückenlage bei angestellter Rasterkassette
Aufnahmespannung: 65 - 75  kV
Brennflecknennwert: ≤ 1,3
Fokus- Detektor-Abstand: 115 (seitlich 150) cm
Belichtungsautomatik: mittleres Messfeld
Expositionszeit: < 100 ms
Streustrahlenraster: r 12 (8)
Bildempfängerdosis: ≤ 5  μGy, SC 400

Pädiatrische Besonderheiten
Aufnahmeart: Aufnahmetisch, Rastertisch
Aufnahmespannung: 60 - 75  kV
Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu
Streustrahlenraster: r 8 , kein Raster bei Säuglingen
Bildempfängerdosis: ≤ 2,5 (5)  μGy, SC 800 (400)
Strahlenschutz: Bleigummiabdeckung der unmittelbar anschließenden Abschnitte des Körperstamms
Abbildung 3:
HWS a. p.
Abbildung $:
HWS seitlich
HWS a. p. HWS seitlich

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